PZ-Nachgefragt - für die Apotheke

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00:00:00: Wir mussten einmal die Route umplanen aufgrund der Sicherheitslage und dass das dann alles so gepasst hatte, dass das Team wohlbehalten wieder angekommen war.

00:00:10: Da ist schon Druck abgefallen muss ich ehrlich sein auch weil das hier einer der größten Transporte war in der Geschichte von Apotheker ohne Grenzen.

00:00:20: jetzt oder in der Ukraine Hilfe zumindest.

00:00:27: Hallo und herzlich willkommen.

00:00:28: Ich bin Alexandra Manatidou, Redakteurin für Politik und Wirtschaft und heute geht es um die Ukraine!

00:00:34: Ich spreche mit Max Haselbach dem Projektkoordinator für die Ukraine bei Apotheker ohne Grenzen.

00:00:43: Ende September waren sie in der Ukraine und haben eine Spezialisierte Kinderklinik in Nippo im Südosten des Landes gebracht.

00:00:53: Sie sind in Dresden gestartet, können Sie uns vielleicht kurz auf die Reise mitnehmen?

00:00:58: Sehr gerne!

00:01:00: Also die Vorbereitung ging schon ein bisschen eher los.

00:01:02: wir haben am Vorabend die Fahrzeuge gepackt bei dem Lager von unserer Partnerorganisation das heißt zu den Einzigmal drei Ton Medikamenten kamen noch Equipment dazu, das wir mitgenommen haben.

00:01:16: Das heißt da wurde erstmal ganz fleißig gepackt und die Ladungssicherheit war ganz wichtig.

00:01:21: Da hat das ganze Team drauf geachtet Und dann ging es für uns erst mal los.

00:01:26: Am Dienstag Den neunzehnten war's glaube ich September Bis über die polnisch-ukrainische Grenze.

00:01:34: Das heißt wir sind einmal von Dresden gerade durchgefahren durch Polen Haben dann die Einfuhr vorgenommen von den Gütern.

00:01:42: Das ist immer so ein großes Fragezeichen an Zeitplanung, wie lange es dauert.

00:01:47: Da sind wir sehr gut durchgekommen und waren abends zwischen der ukrainischen Grenze und Glevis.

00:01:53: Am folgetag sind wir dann bis Kropivnitzky gefahren.

00:01:57: Es ist dann quasi einmal durch die Ukraine durch bis kurz vor Nerepro damit wir am nächsten Morgen nur noch in Anführungszeichen die Route bis nach Nerebro rein hatten zur Klinik.

00:02:11: Da hatten wir dann einen recht kurzen Aufenthalt für die Übergabe.

00:02:14: Das hat mit der Sicherheitslage auch zu tun gehabt, warum wir quasi eine einmal kurz rein und raus gefahren sind weil ja pro aktuell doch recht häufig Ziel wird von Luft angriffen.

00:02:24: das heißt da haben wir die Zeit minimiert.

00:02:26: uns sind dann nach der erfolgreichen Übergabe und einem Gespräch mit dem medizinischen Team vor Ort wieder zurückgefahren, hatten ein Zwischenstopp in Vinicia Und sind dann wieder über Polen dieselbe Strecke zurückgefahr'n.

00:02:40: zwei quasi eine Wendepunktstrecke, wenn man so möchte.

00:02:43: Also wie viele Tage hat die ganze Reise gedauert?

00:02:47: Wir waren knapp fünf Tage unterwegs also ich hatte ein zweieinhalb Tag gedauer bis hin übergabe.

00:02:52: zweieinhalb Tage zurück

00:02:54: und sie haben mir jetzt erzählt im Vorgespräch dass Sie mehrmals in der Ukraine waren, seitdem die Krieg begonnen hat.

00:03:02: Über zehn Mal haben wir jetzt gezählt oder vielleicht sogar über fünfzehn mal.

00:03:05: Dauert so ein Transport immer fünf Tage?

00:03:08: Oder gibt es auch Projekte wo es länger dauert, wo der Aufenthalt länger ist?

00:03:13: wie ist das so?

00:03:15: Das variiert natürlich stark wo man hinfährt also der ganz im Westen der ukrainischen Leviv zum Beispiel.

00:03:20: da braucht man nur einen Tag Fahrzeug hin und einen Tag zurück.

00:03:24: Wie gesagt Große Fragezeichen ist der GANS-Übertritt, wie lange es dauert.

00:03:29: Das kann sehr variieren und mit dem Transport nach NEPRO haben wir auch einen der vom Volumen her eine größte Transporte gefahren.

00:03:37: jetzt und auch von der Strecke her war das einer längsten.

00:03:42: Und warum NEPro?

00:03:43: Es kam zustande über eine Kooperation mit einer Partnerorganisation von uns die schon länger mit der Klinik zusammenarbeitet also unsere Ukraine.

00:03:54: Langzeitnothilfe bei Apotheker ohne Grenzen funktioniert im Normalbetrieb so, dass wir Partnerorganisationen haben mit denen wir schon lange zusammenarbeiten die wiederum Kliniken als Partner in der Ukraine haben und als Bindeglied fungieren zum einen aber meistens auch die Transportpartner sind.

00:04:12: Da gibt es über Comparos Filft ein Verein aus Deutschland schon eine lange Kooperation mit der Klinik an sich gerade auch mit der Station der Neugeborenen Kardiologie und darüber haben wir die Kooperation gestartet.

00:04:28: Also, wir haben auch über Apotheker oder Grenzen schon sehr viele Transporte gefahren.

00:04:31: das war jetzt bei uns numerisch transports.

00:04:34: Das ist zweihundertdreisig.

00:04:35: Aktuell sind hierbei laufen wir auf die Nummer zweihundvierzig zu was die Transporte angeht in die Ukraine Und den überwiegend Anteil der wurde auch immer von den Partnern gefahren.

00:04:47: Das heißt dass Darüber auch schon sehr Belastete oder wie man auf Englisch mal so schön sagt, trusted Partnerships bestehen.

00:04:55: Die dafür genutzt werden.

00:04:56: also die entscheiden quasi mit wo was geliefert wird.

00:04:59: genau die entscheiden Mit wohin?

00:05:02: Was geliefert wird.

00:05:03: das ergibt sich aber auch immer über die Absprachen von uns.

00:05:06: Wir haben auch in der Regel dann noch direkten Kontakt zum medizinischen Team.

00:05:11: wir versuchen Also unser Baustein innerhalb dieser Kette ist alles pharmazeutischer abzudecken.

00:05:16: also wir bekommen die bedarfslisten aus der ukraine.

00:05:19: Da haben uns ein Partner in der Regel nicht die Expertise für das zu bearbeiten.

00:05:23: Die werden übersetzt, eingekürzt und teilweise auch weiter.

00:05:27: Für den deutschen Markt übersetzt... ...für die Beschaffung übersetzt wird das Ganze bewertet nach der sogenannten essential medical list.

00:05:35: Das ist eine WHO-Liste weil wir immer noch in so einer Notiflogik arbeiten dabei dass man mit möglichst geringen Aufwand möglichst viele Menschen erreichen möchte.

00:05:46: also den Euro Spendmittel, wo irgendwie das Maximum raus ist und viele Patienten vor Ort.

00:05:50: Deswegen gut da quasi auch noch mal geschaut.

00:05:53: Und unsere Partner sind dann ... Das Bindingslied einmal kommunikativ zu den Medizinerinnen vor Ort aber auch für den Transport zuständig in der Regel.

00:06:03: Der Warenwert war diesmal rund hunderttausend Euro wie die Apotheker ohne Grenzen schreiben.

00:06:10: Welche Medikamente haben Sie hingebracht?

00:06:14: Ganz kurz vorweg also hundertausend Euro Mit Abstand größten Transporten, die wir so umgesetzt haben.

00:06:19: In der Regel arbeiten mit sehr viel kleineren Transporten und das war in dem Fall auch nur möglich, dass wir externe Finanzierung über die Eisegröner Frisienostiftung bekommen haben.

00:06:29: Können vielleicht später noch dazu kommen?

00:06:31: Was wir dabei hatten waren sehr viele Infusionslösungen.

00:06:36: Wir hatten Antibiotika mit dabei.

00:06:39: Wir hatten Präparate wie Adrenalin mit dabei, Humanalbumi mit dabei also alles was man gerade für so einen laufenden OP-Bedarf oder für den OP Betrieb benötigt, weil der Schwerpunkt der Abteilung ja auch im Chirurgischen liegt.

00:06:54: Also das ist eine der wichtigsten chirurgische Abteilungen im Bereich der Kategorie für Neugeborene also man da schon sehr hoch spezialisiert und dafür wurde dann Maskschneidert neben die Kamellieferung zusammengestellt.

00:07:08: Und Sie haben das jetzt angesprochene Transport, wurde durch eine Stiftung finanziert?

00:07:14: Wie schwierig ist es, eine Finanzierung zu finden heutzutage?

00:07:17: Persi ist recht komplex und ein langfristiger Prozess weil wir natürlich auch ganz viel in Vorleistung gehen müssen bevor wir überhaupt so einen Antrag stellen können.

00:07:28: also die Bedarfsomittlung zum Einen aber auch zu schauen wie man das Ganze beschaffen könnte in Deutschland, was es ganz so kostet das zu organisieren abzustimmen.

00:07:39: Man braucht in der Regel schon Verträge mit verschiedenen Akteuren mit dabei.

00:07:44: Das heißt ist ein recht langfristiger Prozess.

00:07:46: da hatten wir aber großes Glück dass wir die Eisegrüner Fresinos Stiftung wieder als starken Partner für unser Projekt gewinnen konnten weil Diese Stiftung haben wir schon gute Erfahrungen, sie auch mit uns und darüber lief das ganz gut.

00:07:59: Aber wir haben angefangen vor gut einem Jahr an dieser Lieferung zu arbeiten um die Finanzierung zu bekommen, um die Logistik aufzustellen und dass wir noch Equipment mitgeliefert haben war auch neuland für uns.

00:08:12: da hatten wir mit Medikamenten sind viel sehr erfahren.

00:08:15: aber dieses Equipement war dringend gebraucht und deswegen haben wir den Stiftungsantrag auch dementsprechend erweitert.

00:08:22: Und was war das für Equipment?

00:08:23: Beim Equipement haben wir geliefert einmal ein Inkubator und einen Frühchenbett.

00:08:28: Das geht darum, einmal den Inkubatorenstadtsternär benötigt um Neugeborene und gerade die Neugebornen, die sehr doll zu früh gekommen sind.

00:08:37: einem zu meinem Warmzuhalt man kann sie darüber beatmen Man kann das ganze Monitoring über das Kret laufen lassen Also schon essenzieller Baustein der auch dann langfristig ausgelassen sein wird in dieser Abteilung.

00:08:50: Früch in Bett, im Anfang sei ich jetzt als Laie gesprochen.

00:08:53: Kann die ähnlichen Aufgaben wahrnehmen aber ist dafür da den Transport vom OP uns zurück zu gewährleisten also dass man eine Neugeborenen weil das Thema Körpertemperatur so essenziell wichtig ist da halt auch wärmen kann damit der sehr junge Patient nicht unterkühlt ankommt im OP Dafür sind das Zubewichtig Bausteine die sehr wahrscheinlich jetzt schon auch die ersten Patienten gesehen haben in letzten Wochen.

00:09:19: Sie haben jetzt gesagt, das hat alles ein Jahr gedauert von der Planung bis zur Übergabe.

00:09:23: Was war so der schwierigste Teil davon?

00:09:27: Es gibt nicht die eine große Herausforderung, sondern es ist so... Man muss sich vorstellen, dass es wie mit einem Puzzle zu puzzeln aber die Teile verändern sich die ganze Zeit und man muss dann quasi halt einmal die Beschaffung also das Equipment bestellen wurde jetzt über Drehger beschafft Das Equipments, die Medikamente über Noveda.

00:09:46: Das wurde dann, das Equipment wurde im Ausland gefertigt.

00:09:48: Muss zum richtigen Zeitpunkt da sein und dann muss man quasi wie Punkte ein fähiges Team Fahrzeuge.

00:09:56: dass die Lieferzeit von den Equipments der Zeitrahmen mit dem Partner vor Ort das muss alles auf eine Punkternung auf einen Tag gebracht werden.

00:10:05: Und dass es in der Direktverbreitung die größte Herausforderung da nicht zu vergessen und auch auf Veränderungen im Zeitplan noch adäquat reagieren zu können.

00:10:16: viel Vorplanung und wenn sich dann was ändern, dann muss man halt dynamisch darauf reagieren können.

00:10:21: Das ist so die größte Herausforderung.

00:10:23: Und ja Sie waren jetzt mehrmals in der Ukraine?

00:10:28: Wie bereitet man sich denn auf so einer Reise vor?

00:10:31: Also das Wichtigste in der Vorbereitung ist die Beobachtung und die Einschätzung der Sicherheitslage.

00:10:36: Wir sind uns da sehr bewusst wo wir unterwegs sind und dass es auch bei unseren Partnern so alle arbeiten da sehr professionell

00:10:44: d.h.,

00:10:45: So einem Transport, so einen Besuch im Einsatzland geht eine sehr eng marschige, ein sehr eng Marschiges Monitoring der Sicherheitslage voraus.

00:10:55: Was dann noch ergänzt wird durch persönliche Kontakte beispielsweise zu Kolleginnen anderer Organisationen die wie jetzt in dem Fall dauerhaft näher pro arbeiten hat man vorher schon Telefonate geführt, sehr detaillierte Lageberichte bekommen um auch die Maßnahmen also das Sicherheitskonzept entsprechend anzupassen.

00:11:15: Das ist sozusagen das Regelwerk für das ganze Team, wie man in bestimmten Situationen sich zu verhalten hat.

00:11:21: Das muss man natürlich auch in der meiner Rolle jetzt als Teamleitung natürlich auch für die Kolleginnen entsprechend aufbereiten, dass da jeder zum einen sich wohlfühlt mit den Informationen, die man hat und gleichzeitig aber auch ich weiß, dass das ganze team vernünftig funktionieren kann dann bereitet man sich wie auf jede andere Reise auch, schaut was man packen muss.

00:11:44: Die Packliste sind halt ein bisschen anders als die meisten Urlaub fliegen würde.

00:11:48: Man bereitet Equipment vor, also Schutz-Equipment, erste Hefequipments und man geht noch mal auch bevor man dann einreist.

00:11:57: Also gerade die Wartezeit an der Grenze nutzt ich persönlich immer dafür um nochmal alle möglichen Szenarien durchzugehen.

00:12:04: Was ist zum Beispiel wenn Das GPS-Ausfeld bei einem Luftalarm, wo muss ich darauf achten?

00:12:10: Oder wie verhalte ich mich oder wie leite ich mein Team wenn wir die Routen ändern müssen.

00:12:14: Wenn wir Unterkünfte ändern müssen?

00:12:15: das heißt da gehe ich nochmal persönlich alle Varianten durch, die sich so in den nächsten Tagen erleben könnten.

00:12:21: Ist dir schon mal irgendetwas dieser Szenarien passiert?

00:12:24: Auf diesem Transport hatten wir sehr viel Glück beziehungsweise unsere Strategie bei der Unterkunftsplanung ist sehr gut aufgegangen.

00:12:32: Das heißt wir hatten Bei den Übernachtungen auf jeden Fall kein Luftalarm.

00:12:36: Ich persönlich habe schon sehr viel Luftalarme miterlebt, auch schon Luftangriffe miterlebte und dann aber auch die Schutzmaßnahmen entsprechend gewirkt haben also Gehörer gegriffen haben wo die auch das Disziplinete abarbeiten dieser Sicherheitsmaßnahme dazu geführt hat dass man sich sehr sicher gefühlt hat weil man entsprechende Schutzräume hatte weil man die Verhaltensweisen vorher entsprechend geübt hatte.

00:12:57: Das gehört mit dazu wenn man da im Land unterwegs ist

00:13:00: Okay, du warst jetzt da.

00:13:01: Dann bist du zurückgekommen?

00:13:02: Wie hat sich das dann angefühlt, als du wieder zurück warst?

00:13:06: Also ich wäre erst mal sehr froh und erleichtert, dass alles so gut gelaufen ist.

00:13:10: Wir hatten auch zwischendurch ein bisschen Probleme mit einem Fahrzeug.

00:13:13: Wir mussten einmal die Route umplanen aufgrund der Sicherheitslage Und dass es dann alle so gepasst hatte, dass das Team wohlbehalten wieder angekommen war.

00:13:23: Da ist schon Druck abgefallen, muss ich ehrlich sein Auch weil ... größten Transporte war in der Geschichte von Apotheker ohne Grenzen, oder in der Ukraine-Hilfe zumindest.

00:13:36: Und auch diese externe Finanzierung über Stiftungsmittel.

00:13:41: Der schenkt ja schon recht viel dran und dass man da weiß das alles wirklich provisional und sauber gelaufen ist – das war eine große Erleichterung.

00:13:48: Aber auch ein bisschen stolz!

00:13:50: Und plant ihr auch weitere Aktionen?

00:13:52: Ja natürlich wir bleiben weiterhin auf Ukraine aktiv.

00:13:55: Wir haben den nächsten Transport quasi schon in der Pipeline.

00:14:00: Der wird über eine andere Partnerorganisation umgesetzt werden und geht dann Richtung Odessa, das sind wir schon in einer Planung aktuell.

00:14:09: Wir planen das nächste Jahr schon mal vor, schauen wie wir da unsere Transporter aufstellen, wie wir auch wieder Mittel einwerben können weil dass ein Transport über Stiftungsgelder finanziert ist die Ausnahme.

00:14:22: Das heißt, dass wir sehr stark auf Spenden angewiesen sind und da versuchen wir natürlich aktuell auch schon für es kommende Jahren zu schauen, wie wir da auf die Spender hinzugehen können und da wieder auch aktiv bleiben dürfen.

Über diesen Podcast

Die PZ ist die Fachzeitschrift für die Apotheke mit aktuellen Themen aus Gesundheitspolitik, Pharmazie und Medizin. Der PZ-Podcast „PZ Nachgefragt“ bietet einmal wöchentlich einen besonderen Einblick in ein Thema, das die Apothekenwelt bewegt.

von und mit Pharmazeutische Zeitung

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